Alt-Text


Hof Zuort
CH - 7556
Ramosch GR
Tel/Fax: 081 866 31 53
info@zuort.ch
Impressum
Text: P. R. Berry
Bilder: M. Galli
P. R. Berry
D. Jenny

Zuort ist zu jeder Jahres- und Tageszeit ein urtümliches Erlebnis: Unberührte Natur und absolute Ruhe sind das grösste Gut dieses abgeschiedenen Ortes in der Geländekammer am Ursprung des Val Sinestra, der  Landschaft des Jahres 2011.

Hier gibt es sie noch, die intakte Einheit von Tierwelt und Pflanzen: Reh, Rothirsch, Steinbock und Gämse sind allesamt mit entsprechender Geduld und Optik zu beobachten. Sorgfältig ausgewiesene Wildschutzgebiete und ein ökologisches, ausgewogenes Bejagungskonzept prägen dieses Biotop (Kampagne „ Respektiere deine Grenzen”).
Der Bartgeier ist von Zuort aus regelmässig zu beobachten, oft paarweise. Welch erhabener Zeuge sorgfältiger Wiedergutmachung seiner unsinnigen Ausrottung vor über hundert Jahren. Am Berghorizont erlebt man zudem im Frühjahr die wiederholten Wellenflüge des Steinadlers: Das Männchen markiert - für Artgenossen unmissverständlich - sein Revier. Oder er kreist hundert Meter über der Terrasse des Chalets während des Frühstücks. In dieser Thermik aus den sonnenbeschienenen Felswänden des Val Sinestra, entschwindet er dem unbewaffneten Auge nach Minuten bereits als Punkt am Himmel.

Erhaben und allgegenwärtig ist der Wald. Sein schattig grüner Weideboden zwischen den Stämmen lässt innehaltend lauschen. Jahrhunderte alte mächtige Lärchen mit ihren braunrot zerfurchten Stämmen stehen heute hochaktuell und geradezu symbolhaft für das Internationale Jahr des Waldes und die prioritäre Bedeutung der natürlich gewachsenen und von Menschenhand höchstens zurückhaltend berührten Umwelt.

Seit Ötzis Zeiten wurde dieser entlegene Wald bis vor wenigen Jahren ausschliesslich nach der Art tausendjähriger Berglandwirtschaft, also mit einfachem Werkzeug und Muskelkraft bearbeitet und teilweise beweidet. Bäume wurden – noch zu Mengelbergs Zeiten – zurückhaltend und einzeln gefällt.

Der Begriff (Klima-)Schutzwald beinhaltet eine wichtige zusätzliche Bedeutung: Ein stehender, lebender Baum absorbiert mittels Photosynthese Kohlendioxid – und produziert dabei Sauerstoff; damit ist er das genaue Gegenteil eines Verbrennungsmotors. Die schützende klimatische Funktion des Waldes gegen negative, vom Menschen verursachte Emissionen ist nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ von Bedeutung.