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Hof Zuort
CH - 7556
Ramosch GR
Tel/Fax: 081 866 31 53
info@zuort.ch

365 Tage offen
Open 365 days
Impressum
Text: P. R. Berry
Bilder: M. Galli
P. R. Berry
D. Jenny

Ein Nationales Kulturdenkmal

Die Umgebung von Zuort ist ein aufgeschlagenes Naturkunde-Buch.

Geologie, Klima und Zeit sprechen hier ganz direkt zu Ihnen.

Im Laufe der letzten Eiszeit, vor ca. 80‘000 bis vor 10‘000 Jahren, mit ihrem Kältemaximum vor 20‘000 Jahren, sind die beiden Gletscher des Val Laver und des Val Chöglias abgeschmolzen. Ihre Zungen vereinigten sich knapp unterhalb Zuort. Zurückgeblieben sind zwei verdichtete Schuttmoränen, dem Klima und der Erosion ausgesetzt. Tonnenschwere Gesteinsbrocken aus fünfzig Millionen Jahre altem Granit oder Serpentin des Piz Tschütta, sind damals auf die Gletscher gestürzt und vom Eis bis zu den Gletscherzungen talwärts bewegt worden. Seit dem Abschmelzen ist die Moräne genau unter diesen Gesteinsbrocken vor Erosion geschützt: hohe spitze Schuttkegel von bis zu 15 Metern Höhe mit ihrem jeweiligen Felsbrocken als tonnenschwere Kappe sind entstanden und heute Zeugnis dieses Erosionsvorganges der letzten paar tausend Jahre. Der Lokalname für diese Türme aus Moränenschutt lautet „ils Cluchers“ (phonetisch: klutscheers), - Kirchtürme oder „Ruinas“ – Ruinen.

 Wikipedia, Erdpyramiden.

Wollmammut, Höhlenbär und Säbel­zahntiger sind seit der jüngeren Eiszeit verschwunden, und der aus Afrika vor 40’000 Jahren eigewanderte Homo sapiens hat vermutlich schon vor 15 000 Jahren im damaligen Unterengadin als Jäger und Sammler gelebt. Und bald einmal die Geländekammer um Zuort und die hohen Sommerweiden am Fimberpass besiedelt. Die grüne Insel zwischen den beiden Moränen begannen letzte Jäger und erste Hirten von Gestein zu räumen und solche Weiden durch Brandro-dung zu vergrössern. Auch die Erdpyramiden müssen diese Menschen schon gekannt haben, allerdings in anderer Form und an anderer Stelle. Und bereits in hundert Jahren werden diese und weitere Moränenanteile wieder anders aussehen.

Wie sehr im Gebiet Pra da Litta das Gelände auf der Waldstrasse durch den Moränenboden von Vnà her kommend in Bewegung ist, kann an den wöchentlich auftretenden groben Querrissen durch die Strasse und den umliegenden Moränen-Boden abgelesen werden. Eine Freude für Denjenigen, der die Strasse zu unterhalten darf und seit 500 Jahren Gesprächsthema mit dem Gemeinwesen…

Die innere Erosion der Pyramiden durch einsickerndes gefrierendes Wa-sser geht weiter und vor allem die Steilabrisse des Moränenrandes sind dauernd am Abbröckeln. Mit entsprechendem Steinschlag und umstürzen­den Bäumen. Zudem sind in den kessel förmigen Endausläufern der Moränen  feinpulvrige, klebrige Leh­mansammlungen entstanden, die dauernd in Bewegung sind und für Mensch und Tier gefährliche Fallen bedeuten können. Es ist deshalb ratsam, im Bereich dieser Moränen (Lehm) und Erdpyramiden (Steinschlag) den Fuss- oder Fahrweg nicht zu verlassen.

Ein kürzlich bis zum Hals eingesunkener schwarzer Labrador-Rüde, der von seinem Besitzer - unter Inkaufnahme erheblichen Risikos -  aus dem weichen tiefen Lehmboden gezogen wurde, stellt eindrücklich Zeugnis dar.

Diese gefährliche Stelle befindet sich von der Alpstrasse abzweigend im offenliegenden Moränenschutt ziemlich unterhalb des Fussweges Sinestra-Zuort, (zwischen dem Fussweg und vor Überqueren der Aua da Laver) auf der orografisch (in Fliessrichtung des Wassers gesehen) rechten Talseite im Gebiet mit Flurnamens Crusch.